Wonder Woman von Patty Jenkins – Spannend, mit viel Action, witzig und engagiert. Der beste Film des DCEU bisher. Ein Quick’n Dirty Review (German)

Wonder Woman 

Regie: Patty Jenkins

Story & Drehbuch: Allan Heinberg, Jason Fuchs, Zack Snyder

Vorlage: Wonder Woman Comic-Serie aus dem DC Verlag

mit: Gal Gadot (Wonder Woman), Chris Pine (Steve Trevor), Robin Wright (Antiope), Connie Nielsen (Hippolyta), David Thewlis (Ares), Elena Anaya (Dr. Maru / Dr. Poison)

Spielfilmlänge: 141 Minuten

Warner Brothers / DC, 2017

 

Score: 4,5 / 5,0

 

 

 

Na – geht doch! Warner Brothers und DC können großartige und erfolgreiche Superhelden Filme aus dem DC Universum machen.

Oder zumindest: Die Regisseurin Patty Jenkins kann es.

Wonder Woman ist einer der besten Superhelden Filme seit einiger Zeit und zweifellos der beste aus dem DC Extended Universum („DCEU“) bisher.

Dies ist, nebenbei bemerkt, die erste weibliche Regiearbeit im Genre und auch der erste Kinofilm mit einer weiblichen Hauptrolle.

 

Positiv

  • Drehbuch & Story: Sehr unterhaltsam (popcorngeeignet)
  • Unabhängigkeit der Handlung von anderen DCEU Filmen
  • Geschickt eingestreute Kommentare zu Themen wie Gleichberechtigung und Krieg
  • Überzeugende schauspielerische Leistungen
  • Gute Spezialeffekte und CGI Action

 

Negativ

  • Schlachtszene am Filmende zu bombastisch und lang

 

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Was hat mir gut gefallen?

Sehr gute Story, Pacing – hoher Unterhaltungswert

Nachdem Wonder Woman ihren ersten Auftritt bereits 2016 in Batman vs. Superman von Zack Snyder hatte, erzählt dieser Film am Anfang die Jugend, Ausbildung und das Erwachsenwerden dieser Superheldin, die in den USA seit Jahrzehnten nahezu ebenso populär ist wie Batman und Superman.

Sehr schnell verschlägt es sie dann dann in ihr erstes Abenteuer – in den ersten Weltkrieg.

Diana ist ein Mädchen aus der altgriechischen Götterwelt. Als Tochter der Königin der Amazonen, Hippolyta, und des Göttervaters Zeus himself hat sie (sozusagen als Halbgöttin) einige entsprechende übermenschliche Kräfte, die zunächst noch in ihr schlummern. Diana wächst als Prinzessin auf der Amazoneninsel Themyscira auf, die durch eine Art magische Glocke vor den Blicken der übrigen Welt geschützt ist.

Das Leben auf dieser Insel ist paradiesisch, gäbe es nicht den bösen Kriegsgott Ares, von dem man annimmt, dass er irgendwo darauf lauert, die Welt und alle Menschen (einschließlich der Paradiesinsel) durch Kriege ins Verderben zu ziehen.

Und tatsächlich: Eines Tages – Diana ist inzwischen eine junge erwachsene Amazonin (gespielt von Gal Gadot) – tauchen kämpfende Soldaten an der Küste der Insel auf.

Es ist die Zeit des ersten Weltkriegs. Einer der Soldaten ist der amerikanische Spion Steve Trevor (Chris Pine, bekannt als Captain Kirk der jüngsten Star Trek Filme), und Diana und die Amazonen retten ihn vor seinen deutschen Verfolgern.

Diana glaubt fest daran, dass der Kriegsgott Ares für diesen grausamen Weltkrieg verantwortlich ist. Sie begleitet Steve zunächst nach London mit dem Ziel, Ares irgendwo an der Front zu finden und auszuschalten.

Und so weiter: Diana erlebt die alles andere als paradiesische und gerechte Welt der Menschen dieser Zeit, den Krieg mit seiner Grausamkeit und beschließt, sich einzumischen…

Das alles ist sehr packend erzählt mit glaubhaften Charakteren bis in die Nebenrollen. Man nimmt einfach Anteil an der Geschichte – von Langeweile keine Spur.

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Weitgehende Unabhängigkeit der Handlung von Wonder Woman vom bisherigen DCEU Filmen wie Batman vs. Superman oder Suicide Squad

Die Einbindung von Wonder Woman in das DCEU ist beschränkt auf eine kurze Erwähnung von Bruce Wayne (aka Batman) im Prolog und im Epilog des Films. Ansonsten ist Wonder Woman – da zeitlich früher spielend – unabhängig von Ereignissen anderer DCEU Filme.

Dies gibt Patty Jenkins die Möglichkeit, die Geschichte (basierend auf der DC Comic – Vorlage) nahezu eigenständig erzählen zu können, ohne handlungsmäßige Kompromisse und Restriktionen aus vorherigen Filmen. Sie bleibt der Comic – Vorlage zwar weitgehend treu, kann dem Film dennoch eine eigenständige Note verleihen. Und da zumindest Batman vs. Superman als auch Suicide Squad auf eher gemischte Reaktionen stießen und heftige Diskussionen auslösten, erwies sich dies als eine ausgezeichnete Idee.

 

Elegant eingestreute Kommentare zu Themen wie Gleichbehandlung der Geschlechter sowie zur Grausamkeit von Kriegen

Zwar ist Wonder Woman natürlich ein Superheldenfilm mit dem Schwerpunkt auf Action und Unterhaltung (bei der einen oder anderen Tüte Popcorn). Jedoch gelingt es den Drehbuchautoren und der Regisseurin durch gelungene satirisch-witzige Szenen und Dialoge zur Gleichberechtigung der Frau Stellung zu beziehen.

Aber auch zur Kriegsthematik hat Wonder Woman eine Aussage: Der Kriegsgott Ares ist auf beiden Seiten der Kriegsparteien im Weltkrieg aktiv. Damit aber repräsentiert nicht eine der beiden Kriegsparteien das Böse (und die andere das Gute). Vielmehr ist die Entscheidung, den Krieg als Mittel einzusetzen (für was auch immer) das Böse.

 

Gute schauspielerische Performance

Insbesondere bei der israelischen Schauspielerin Gal Gadot bestanden im Vorfeld bei Kritikern und Fans die Befürchtung, sie könne die Hauptrolle nicht wirklich gut tragen.

Nun, ich fand, diese Befürchtungen haben sich als unbegründet herausgestellt. Unter der Regie von Patty Jenkins hat sie mir als Wonder Woman sehr gut gefallen, sowohl was ihre physische als auch persönliche Präsenz in dieser Action – Rolle angeht.

Aber auch Chris Pine und Nebendarstellerinnen wie Connie Nielsen (Diana’s Mutter und Königin der Amazonen), Robin Wright (bekannt aus House of Cards als Antiope, Generalin der Amazonen) sowie insbesondere die spanische Schauspielerin Elena Anaya als die böse Dr. Isabel Maru / Dr. Poison können überzeugen.

 

Sehr gute Umsetzung von Spezialeffekten und CGI

Dass Superheldenfilme in den letzten Jahren immer auch durch ihre gelungenen Computeranimationen und Spezialeffekte glänzen, ist nichts neues. Dies ist auch bei Wonder Woman der Fall, wobei mir insbesondere eine Kampfszene zwischen den Amazonen und den Soldaten des deutschen Kaiserreichs am Strand von Themyscira gefiel.

 

Und was hat mir nicht so gut gefallen?

Na ja, ich persönlich fand die obligatorische Schlacht am Schluss als etwas zu bombastisch und lang. Ich kam mir vor wie bei einem kommerziellen Feuerwerk, wo auch zum Schluss noch einmal alle pyrotechnischen Register gezogen werden bis auch die letzte der bunten Feuerwerksraketen gezündet ist. Weniger wäre mehr…

 

Fazit

Sehr gelungener und unterhaltsamer Superheldenfilm aus dem Hause Warner Brothers / DC. Im Vergleich zu den in diesem Genre 2017 bereits erschienen Filmen Logan (20th Century Fox) und Guardians of the Galaxy Vol. 2 (Disney / Marvel Studios) würde ich Wonder Woman in der Mitte – also hinter Logan, aber vor den Guardians – einreihen.

Jedenfalls kann man sich auf ein baldiges Wiedersehen mit Gal Gadot und Wonder Woman an der Seite von Batman, Aquaman, The Flash etc in Justice League freuen. Der Film erscheint im November 2017.

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Hamburg, Juli 2017

 

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